am 29.11.24 Pflanzten wir die:

FAHRBEREITSCHAFT

Herzbergstraße 40-43 | 10365 Berlin

3

645

Bäume, Sträucher und Setzlinge

60+

Helfer:innen vor Ort

250

m² bepflanzte Fläche

Ablauf des Pflanztags

Als die ersten Freiwilligen bei der Fahrbereitschaft eintrafen, war schon alles bestens vorbereitet. Die Setzlinge standen ebenso bereit wie Schaufeln und Gießkannen, es gab eine Feuerschale zum Aufwärmen und jede Menge Mulch, um die Fläche am Ende mit einer schützenden Schicht zu bedecken. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann auch direkt los: Die fleißigen Helferinnen und Helfer gruben kleine Löcher, steckten die Setzlinge hinein, traten sie vorsichtig fest und gönnten ihnen zum Schluss noch einen ordentlichen Schluck Wasser, damit sie besser anwachsen.

Ein Ort mit Geschichte

„Nachdem wir für diese Fläche die gewünschte Baugenehmigung für eine kulturelle Nutzung nicht erhalten hatten, haben wir beschlossen, mit dem Tiny Forest ein Zeichen zu setzen und mitten im Industriegebiet Herzbergstraße einen Ort zu schaffen, der ökologisch sinnvoll ist“, so Axel Haubrok, Besitzer des Geländes.

Die Gebäude der Fahrbereitschaft, darunter eine originale DDR-Bar und eine Kegelbahn, stammen größtenteils aus den 50er Jahren. Vor dem Fall der Mauer organisierte die „Abteilung Transport“ des Zentralkomitees der SED von hier aus den hochrangigen Personenverkehr in und aus der ehemaligen DDR.

Heute verbindet sich die geschichtsträchtige Architektur mit dem Alltag von etwa 35 bildenden Künstler:innen, Tänzer:innen und Musiker:innen, die hier ihre Atelier- und Proberäume gefunden haben. Gleichzeitig wird das Gelände auch gewerblich genutzt – von einer Bilderrahmenproduktion, einer Autolackiererei, einer KFZ-Reparaturwerkstatt, einem Bootsbauer, einem Tonstudio sowie einer Druckerei – sodass eine interessante Mischung entsteht, die in dieser Form sonst nur selten zu finden ist.

Besonderheiten des Tiny Forest

Zum Pflanztag waren aber nicht nur Mieterinnen und Mieter gekommen, sondern über 60 Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Neben Kindern, die ausgelassen auf dem Gelände herumtobten, packten auch 20 Mitarbeitende von Amazon kräftig mit an. Merlin Fürstenberg vom Familienzentrum „aufatmen“ war ebenso da wie einige Freiwillige vom Netzwerk der Wärme, einem früheren Projekt der KARUNA eG – und man konnte den strahlenden Gesichtern ansehen, dass sich alle trotz der ganz unterschiedlichen Hintergründe gut verstanden und viel Spaß miteinander hatten. Der RBB hat die Stimmung in einem schönen Beitrag sehr gut eingefangen.

Das Besondere an diesem Tiny Forest ist, dass er auch als Schallschutz zur Straße neben der Fahrbereitschaft dienen soll. Weil direkt neben dem Gehsteig keine großen Bäume gepflanzt werden dürfen, wurde die Fläche in zwei Streifen geteilt. Auf der Straßenseite wachsen in Zukunft Büsche, auf der Innenseite auch Bäume. Wie Bruno Göbel von MIYA forest e. V. betonte, wurden in den Tiny Forest außerdem essbare Pflanzen wie Holunder, Esskastanien, Maulbeeren und Aronia eingebracht, um ihn für die Anwohnenden noch attraktiver zu machen.

Zum Schluss wurde die gesamte Fläche noch mit einer schützenden Schicht aus Mulch bedeckt, sodass die Setzlinge in Ruhe wachsen können und nicht sofort von anderen Pflanzen überholt werden. Damit die Bäume und Sträucher nicht von Rehen angeknabbert werden, wurde der Miniwald außerdem eingezäunt. Er kann aber trotzdem jederzeit durch ein Tor betreten werden – zum Beispiel von den Bürgerwissenschaftler:innen, die im Rahmen eines Citizen-Science-Programms das Wachstum des Waldes dokumentieren.